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Hodenbruch: Symptome und Ursachen einer Skrotalhernie

Aua!

Hodenbruch - Es gibt wohl kaum etwas, was sich in Männer-Ohren so schmerzhaft anhört, wie dieses Wort.
Hodenbruch - Es gibt wohl kaum etwas, was sich in Männer-Ohren so schmerzhaft anhört, wie dieses Wort.
© Bigstock/ Kurhan
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Hodenbruch: Symptome und Ursachen einer Skrotalhernie

Aua!

Eingeweide, die aus dem Bauchraum brechen und bis in den Hoden wandern – das klingt wie ein ziemlich ekelhafter Horrorfilm, kann aber wirklich passieren – bei einem Hodenbruch oder auch Skrotalhernie. Es gibt wohl kaum etwas, was sich in Männer-Ohren so schmerzhaft anhört, wie dieses Wort. Aber wie kann man den Bruch verhindern? 

Lies hier, was ein Hodenbruch genau ist, welche Symptome und Ursachen es dafür gibt und welche Folgen eine Skrotalhernie haben kann.

Was ist ein Hodenbruch?

Eine beruhigende Nachricht vorweg: Bei einem Hodenbruch brechen nicht die Hoden selbst. Er ist eine Art des Leistenbruchs. Die Leiste ist beim Menschen der untere Teil der Bauchwand – also der Übergang zwischen der Bauchwand zum Oberschenkel. Und die Leistengegend ist gerade bei Männern besonders gefährdet. In der Embryonalentwicklung wandern nämlich die Hoden durch den Leistenkanal in den Hodensack und diese Durchtrittsstelle ist besonders anfällig für Risse.

Der „Bruch“ ist also ein Riss der Bauchwandschichten, durch den dann bestimmte Darmanteile austreten können. Diese können bis in den Hodensack absinken. Wenn das passiert ist – medizinisch Hernie genannt – spricht man von einer Skrotalhernie.

Wie häufig kommt es zu einer Skrotalhernie?

Laut Barbara Schindewolf-Lensch, Fachärztin für Innere Medizin, erlebt jeder 20. Mann im Laufe seines Lebens einen Hodenbruch. Die Skrotalhernie kann zum Beispiel angeboren sein oder entstehen, weil das Gewebe im Bauchbereich schwächer wird. Vor allem kleine Jungen und Männer zwischen 40 und 50 Jahren seien laut Dr. Schindewolf-Lensch deshalb besonders anfällig dafür.

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Hodenbruch Symptome: Wie erkenne ich eine Skrotalhernie?

Wenn dein Partner denkt, er könnte eine Skrotalhernie haben, sollte er sanft die Bauchgegend abtasten. Folgende Auffälligkeiten können Hodenbruch Symptome sein:

  • geschwollene Leistengegend
  • vergrößerter Hoden
  • kleine ertastbare Erhebungen in der Leistengegend
  • Blut im Stuhl
  • Verstopfung, Durchfall
  • Übelkeit
  • Wiederkehrende oder andauernde Schmerzen

Treffen mehrere dieser Punkte zu? Dann könnte eine Skrotalhernie vorliegen. Ob es wirklich ein Hodenbruch ist, kann natürlich nur ein Facharzt feststellen, bei dem dein Partner so schnell wie möglich einen Termin ausmachen sollte

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Hodenbruch Ursachen

Wie kann es überhaupt zu einer Skrotalhernie kommen? Dafür kann es mehrere Ursachen geben. Die individuelle Ursache kann aber nur ein Facharzt feststellen. Folgende Erkrankungen können – aber müssen nicht – zu einem Hodenbruch führen:

#1 Hodentorsion

Bei einer Hodentorsion kommt es zu einer Drehung der Hoden oder Nebenhoden um die eigene Achse. Das wird in der Medizin Stieldrehung genannt. Durch die Verdrehung können Blutgefäße abgeschnürt werden. Die Verdrehung kann besonders bei männlichen Kleinkindern auftreten, wenn die Hoden noch nicht ausreichend verwachsen sind. Schwere Verdrehungen können den Bruch auslösen.

#2 Leistenbruch

Auch ein Leistenbruch kann eine Ursache für einen Hodenbruch sein. Ein Leistenbruch kann zum Beispiel bei zu schwerem Heben entstehen, sodass der Druck auf die Bauchwand so groß ist, dass das Gewebe reißt. Auch Sportarten wie Fußball, starkes Pressen auf dem Klo oder heftiges Husten können einen Leistenbruch und damit eine Skrotalhernie auslösen. 

#3 Krebserkrankungen

Tumore in der Bauchgegend können das Gewebe stark schädigen und so anfälliger für Risse machen. Daher wird bei der Diagnose einer Skrotalhernie meist auch sofort überprüft, ob nicht ein Krebsgeschwür die Ursache sein kann.

Wie wird eine Skrotalhernie behandelt? 

Wichtig: Ein Leisten- oder Hodenbruch geht nicht einfach wieder von selbst weg, sondern wird unbehandelt meist sogar noch schlimmer! Für die Behandlung gibt es meist zwei Methoden:

Nicht operative Methode zur Leistenbruch Behandlung

Bei der nicht operativen Methode zur Behandlung wird oft vom Arzt ein sogenanntes Bruchband verschrieben, also eine Art Korsett. Das soll verhindern, dass der Bruch sich ausweitet und weiter absackt.

Leistenhernien-Operation

Wird der Bruch trotzdem größer, ist eine operative Hodenbruch-Behandlung meist nicht mehr zu vermeiden. Laut dem deutschen Ärzteblatt gibt es je nach Bruchgröße und -art verschiedene Möglichkeiten, wie die OP durchgeführt werden kann. 

  • Vernähung der Bruchpforte
  • Verschluss durch die Einlagerung eines Netzes

Die Leistenhernien-Operation ist eine der häufigsten Operationen in Deutschland und sollte nicht aufgeschoben werden. Denn ein unbehandelter Hodenbruch kann gravierende Folgen haben…

Welche Folgen bringt der Bruch mit sich?

Eine Skrotalhernie ist nicht nur ziemlich unangenehm, sondern auch wirklich gefährlich! Denn die warmen Darmteile können die gekühlten Spermien im Hoden beschädigen. Außerdem können die Eingeweide so abgedrückt werden, dass sie schlecht durchblutet werden und absterben. Also beim Verdacht auf einen Hoden- oder Leistenbruch heißt es: sofort einen Arzt aufsuchen!

Und während ihr auf einen Termin beim Arzt wartet, schone deinen Partner! Schwere Gegenstände heben und andere körperliche Anstrengungen, ebenso wie Sex sind für ihn jetzt tabu. Sonst kann der Bruch sich vergrößern und verschlimmern. Auch nach einer OP kann es rund vier Monate dauern, bis die Bauchwand wieder stabil ist – in der Zeit also auch vorsichtig sein, um keinen erneuten Hodenbruch zu riskieren.

Quellen