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Leben in Balance mit „Yin und Yang“

Was kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach

Foto: ADOBE.STOCK / LRAFAEL
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Leben in Balance mit „Yin und Yang“

Was kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach

Gegensätze ziehen sich an, sagt man – und tatsächlich hat dieses Sprichwort einen wahren Kern. Es trifft aber längst nicht nur auf die Liebe zu, sondern Gegensätze spielen in vielen Lebensbereichen eine wichtige Rolle. Sie sind wichtig, damit du in Balance bleiben kannst, natürlich im übertragenen Sinne. Die chinesische Kultur weiß das jedenfalls schon seit langer Zeit und hat daher die Lehre von Yin und Yang hervorgebracht. Dabei handelt es sich nicht um esoterisches Chichi, sondern um eine Weisheit, die du in vielen Lebensbereichen anwenden kannst, sobald du sie verinnerlicht hast.

Yin und Yang – was ist das eigentlich?

Gewiss hast auch du schon von Yin und Yang gehört und kennst das typische schwarz-weiße Symbol, das viele Personen zum Beispiel als Kette oder Tattoo tragen. Vermutlich weißt du aber nicht, was genau es damit auf sich hat, so jedenfalls geht es den meisten Menschen in unserem Kulturkreis. Denn Yin und Yang stammen eigentlich aus der traditionellen chinesischen Medizin. Genau genommen, handelt es sich um eine philosophische Lehre, die sich mit dem Gegensätzlichen beschäftigt – und zwar nicht nur in der Medizin, sondern auch in anderen Lebensbereichen: Himmel und Erde. Männer und Frauen. Stille und Lärm. Feuer und Wasser. Ruhe und Bewegung. Tag und Nacht. Gesundheit und Krankheit. Schwarz und Weiß. Freude und Trauer. Die Liste könnte unendlich weitergeführt werden. Wann immer also zwei gegensätzliche Pole aufeinandertreffen, greift die Lehre von Yin und Yang. Genau genommen, wäre ohne Yin und Yang kein menschliches Leben möglich, denn dieses beruht auf den beiden gegensätzlichen Geschlechtern.

Grundzüge der Lehre von Yin und Yang

Die chinesische Lehre beschäftigt sich also mit der Balance – damit, wie Dinge miteinander in Beziehung stehen und somit ein einheitliches Ganzes bilden. Was kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach: In quasi allen Lebensbereichen müssen sich die Gegensätze ergänzen, damit eine Balance entstehen kann. Geraten diese hingegen aus der Balance, weil ein Anteil überwiegt, hat dies negative Folgen. Das kann eine Krankheit sein, aber auch Geldmangel, eine gescheiterte Liebesbeziehung oder viele weitere Konsequenzen von weniger schlimm bis hin zu lebensbedrohlich. Die Lehre von Yin und Yang ist somit eine, die die meisten Menschen intuitiv anwenden, um mit ihrem Leben zufrieden zu sein und sich im wahrsten Sinne des Wortes ausgeglichen zu fühlen.

Die Rolle der Gegensätze im modernen Alltag

Traditionell betrachtet, fand die Lehre von Yin und Yang also zwar vor allem in der Medizin ihre Anwendung. Jedoch hat sie bis heute Bestand, und zwar in vielen weiteren Lebensbereichen und auch in unserem Kulturkreis. Auf ihre Grundzüge heruntergebrochen, sagt sie nämlich nichts anderes, als dass du dein Leben in Balance halten musst, um langfristig glücklich und gesund zu sein. Eine Herausforderung, die gerade im modernen Alltag immer schwieriger wird. Eine Balance zwischen Arbeitszeit und Freizeit, die sogenannte Work-Life-Balance? Sie ist bei vielen Menschen nicht (mehr) vorhanden. Eine Balance zwischen Bewegung und dem Sitzen? Auch die geht zwischen Bürojob und Netflix-Abenden immer häufiger verloren. Diese sind nur zwei von vielen Beispielen, inwiefern die Balance in der Hektik des modernen Alltags zwischen Beziehungsproblemen, Leistungsdruck & Co oft in eine Schieflage gerät.

Yin und Yang in deinen Lebensbereichen

Vermutlich sind deine To-Do-Listen lang, deine Ernährung ist vielleicht nicht immer so gesund wie eigentlich geplant und sogar das Haarewaschen kommt manchmal zu kurz – keine Sorge, damit bist du nicht alleine. Doch das bedeutet nicht, dass du dein Leben nicht mit Hilfe von Yin und Yang zum Besseren wenden kannst und solltest. Wie also schaffst du mehr Balance, je nach Lebensbereich?

1. Gesundheit

Wenn es um die Medizin geht, stehen Yin und Yang nicht für Gesundheit und Krankheit, die sich die Balance halten müssen. Im Gegenteil: Eine Krankheit entsteht durch eine Verschiebung dieser beiden Komponenten und ist natürlich unerwünscht. Wobei gilt es dann also, die Balance zu finden, fragst du dich? Ganz einfach: In der traditionellen chinesischen Medizin steht das Yin für die Nahrungsmittel und das Yang für die Organfunktionen. Es handelt sich somit um die beiden wichtigsten Faktoren für einen gesunden Stoffwechsel. Natürlich geht es aber längst nicht nur um eine gesunde Ernährung, sondern um eine „ausgewogene“ Lebensweise im Allgemeinen. Auf eine moderne Art und Weise interpretiert, bedeutet diese Balance also zum Beispiel: Du darfst dir auch manchmal etwas Ungesundes gönnen, wenn deine Ernährung insgesamt gesund ist. Du solltest dich ausreichend bewegen, aber auch genügend Entspannung in deinen Alltag bringen. Du musst deinen Körper gesund erhalten, aber darfst ebenso deine Psyche nicht vernachlässigen. Du siehst, dass und wie schlussendlich alles zusammenhängt. Extreme wie Diäten, Übergewicht, Leistungssport, Bewegungsmangel, übertriebener Stress & Co sind somit gemäß der Lehre von Yin und Yang nicht erwünscht. Das gesunde Maß liegt stattdessen, wie so oft im Leben, irgendwo in der Mitte und damit in der Balance.

2. Wohnung

Auch in deiner Wohnung können und sollten die Gegensätze auftauchen. Hierbei kommt eine weitere chinesische Lehre ins Spiel, und zwar Feng Shui. In der Harmonielehre sind Yin und Yang unverzichtbar. Denn das Yin, die dunkle Seite, symbolisiert unter anderem die Ruhe, Stille beziehungsweise Passivität. Es ist daher in den Ruheräumen wie dem Schlafzimmer gut aufgehoben. Demgegenüber steht die helle Seite, das Yang, für Aktivität und Bewegung. Es wird daher gerne im Wohnzimmer oder Arbeitszimmer eingesetzt. Das bedeutet nicht, dass du deine Wohnräume in Schwarz und Weiß gestalten musst – was aber durchaus Vorzüge mit sich bringt, nicht nur im Sinne der Balance, sondern auch durch zahlreiche moderne Gestaltungsmöglichkeiten, zum Beispiel an den Wänden. In irgendeiner Form ist es aber wichtig, dass sich in deiner Wohnung gewisse Gegensätze wiederfinden und die Waagschale halten. Denn die Harmonie, wie sie im Feng Shui angestrebt wird, kann nur durch eine solche Balance entstehen.

3. Liebe

Um auf das Zitat zu Beginn zurückzukommen: Ja, Gegensätze ziehen sich auch in der Liebe an, was ebenfalls an der Balance liegt. Natürlich ist es schwierig, als Paar langfristig zu bestehen, wenn die Partner grundverschieden sind. Eine gewisse Ähnlichkeit ist daher oftmals der bessere Ausgangspunkt. Aber wenn du einen genauen Blick auf deine Beziehung oder jene in deinem sozialen Umfeld wirfst, wirst du schnell merken, dass sich die Paare in den kleinen Dingen oftmals ergänzen. Meistens ist einer extrovertierter, dafür aber der andere introvertierter. Einer geht die Dinge gerne gemütlicher an, der andere steht immer unter Strom. Einer von beiden genießt das Leben in vollen Zügen, der andere hat ein hohes Maß an Disziplin. Auch hier ist die Liste an Beispielen beinahe endlos und jedes Paar ist natürlich individuell. Doch es ist durchaus interessant, deine eigene Beziehung zu hinterfragen: Wie haltet ihr die Balance? So hast du die Chance, ein eventuelles Ungleichgewicht zu erkennen und wieder in Balance zu bringen, bevor die Beziehung in eine Schieflage gerät. Und falls du solo bist, kannst du die Gelegenheit zudem nutzen, um dir darüber klar zu werden, welche Eigenschaften du dir von deinem zukünftigen Partner wünschst.

4. Zeit

Zuletzt ist auch deine Zeiteinteilung ein wichtiger Faktor für das Yin und Yang in deinem Leben. Dabei handelt es sich vor allem um das Gleichgewicht aus Arbeits- und Freizeit. Aber auch, wie viel Zeit du alleine oder in Gesellschaft und wie viel Zeit du aktiv oder passiv verbringst, sind wichtige Punkte für deine Balance. Überlege also, ob du deine Zeit „richtig“ einteilst oder wofür du scheinbar niemals genügend Zeit findest. Denn schlussendlich ist deine Zeiteinteilung eine Frage deiner Prioritäten und gewiss schaffst du es, ein bisschen Freiraum für etwas zu schaffen, das dir wirklich wichtig ist.

Nenn es also Yin und Yang, Balance oder anders: Schlussendlich bist du dafür verantwortlich, dein Leben zu gestalten und hierbei alle deine Bedürfnisse, Wünsche & Co einzubeziehen, seien sie noch so gegensätzlich. Das bedeutet auch, negative Dinge oder Emotionen wie Trauer zuzulassen, denn ohne sie wäre das Leben nicht vollkommen. Dadurch wirst du schlussendlich ein gesünderes und glücklicheres Leben führen – und zwar in sämtlichen Bereichen!

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